Mozart Ernst und Heiter

Eröffnungskonzert der Mozart-Tage 2020

DONNERSTAG, 19. MÄRZ 2020, 19:30 UHR
KÖNIGLICHES KURHAUS BAD REICHENHALL

Wolfgang Amadeus Mozart
Streichquartett C-Dur KV 465 „Dissonanzen-Quartett”
Adagio und Fuge c-Moll KV 546
Sextett „Ein musikalischer Spaß” F-Dur KV 522 „Dorfmusikantensextett”

Ensemble „Virtuosi Bavariae”
Leitung: Yan Zhang, 1. Konzertmeisterin der Bad Reichenhaller Philharmoniker
Alexander Fussek liest aus Briefen der Familie Mozart.

Das Kleinod Adagio und Fuge und das Dissonanzen-Quartett zeigen die ernste Seite Mozarts. C-Dur wirkt hier traurig – fast eine Vorwegnahme Schuberts. Erstaunlich sind weniger die Dissonanzen, die es schon im Barock gab, sondern der freitonale Beginn. Der klingt wie früher Schönberg. Bloße Lust am Experiment? Die Suche nach einem Ausdruck für schwermütige Gefühle? Wohl eine Mischung aus beidem.

Doch Mozart konnte auch grandios Spaß machen. Der Musikalische Spaß ist eine liebevolle Parodie auf die Dorfmusikanten seiner Tage, damals oft unfreiwillige Spezialisten für schräge Klänge. Hier heißt es, die Ohren zu spitzen, um die Parodie nicht für Ernst zu halten. Denn es bleibt alles schön klassisch tonal, es wird nur mitunter falsch gespielt.

Außerdem wird der TV- und Radiomoderator Alexander Fussek aus Briefen der Familie Mozart lesen, die auch zum pointierten Schreiben begabt war.

 

Wer sind die „Virtuosi Bavariae“?

Diesen schönen Namen trägt das Ensemble, das am 19. März im Kurhaus die Mozart-Tage eröffnet. 

Das Kammerensemble, das die Mozart-Tage 2020 eröffnet, ist bisher als „Consort Ripieno Concertino“ aufgetreten. „Uns wurde nahegelegt, einen zugkräftigeren Namen zu wählen“, erklärt Matthias Müller-Zhang. Er ist Orchestermusiker in Salzburg, seine Frau ist in Bad Reichenhall bestens bekannt: Yan Zhang, die langjährige Konzertmeisterin der Philharmoniker. Beide gründeten vor zehn Jahren das „Consort Ripieno Concertino“. Sein neuer Name „Virtuosi Bavariae“ ist nicht nur griffiger, darin versteckt sich auch ein Bezug zur sächsischen Heimat von Matthias Müller-Zhang. In Dresden ist das bekannte Kammerorchester „Virtuosi Saxoniae“ beheimatet.

Sachsen war es auch, wo Yan und Matthias sich zu Beginn des Jahrtausends kennen und lieben gelernt haben. Beide spielten in den Nullerjahren im Leipziger Gewandhausorchester, bevor sie nach Bad Reichenhall zogen. Sie gehören zum Stamm von „Virtuosi Bavariae“. Das Ensemble in freier Besetzung hat sich auf Musik aus dem Barock bis zur Klassik spezialisiert und spielt sogar kleinere Sinfonien. „Wir besetzen die Streicher, die meist chorisch sind, zu 100 Prozent solistisch. Das gibt ein ganz eigenes Klangbild“, erzählt Matthias Müller-Zhang.

Bei den Mozart-Tagen spielen auch drei Mitglieder von Salzburger Orchestern und der Cellist Roman Senicky von den Philharmonikern. Die Musiker müssen besonders gut harmonieren, da es keinen Dirigenten gibt, der die Zügel in er Hand hält. Yan Zhang wird im ersten Teil beim „Dissonanzenquartett“ die Führung des Ensembles übernehmen, ihr Mann im zweiten mit dem „Adagio und Fuge“ und dem „Dorfmusikantensextett“. Von der Schwere zur Leichtigkeit, von ernst bis heiter, diesen Bogen spannt das Programm bewusst. Als „heilend“ beschreibt Yan Zhang auch Mozarts Musik im Allgemeinen. Umso stärker dürfte ihr Effekt sein, wenn sie im Finale mit der bekanntlich besten Medizin verabreicht wird: dem Lachen.